Wie ich zu einem Käsebrötchen kam

Hier war etwas Ruhe im Blog, einige Zeit. Der Hauptautor war einige Male in Deutschland, Brötchen verdienen. Die anderen hatten wohl keine Lust, etwas zu schreiben oder fühlten sich nicht berufen, an der Website herumzufummeln. Kein Wunder: Es ist ja nun auch Sommer, und es ist einfach schön in Kopenhagen. Am Meer, in der Sonne. Wenn alle draußen sind, das Klima aber noch erträglicher als in Berlin-Friedrichshain.
Aber nun zum Brötchen
Nachdem die Brötchen unter Einsatz von nächtlichen Flixbus-Fahrten und nicht immer erholsamen beruflichen Terminen hart verdient waren, erfolgte die Investition in ebensolche. Bekannterweise ist in Dänemark alles etwas teurer. Und so fängt diese Geschichte an.
Es ist Samstag
In Kopenhagen findet ein Radrennen statt, der Copenhagen Sprint. Start ist in Roskilde. Unser Rennradfahrer fährt also am Morgen nach Roskilde. Ein Grund ist, die Stadt anzusehen. Ein anderer die reine Neugier auf die Startzone. Und ein dritter der Wunsch, das als sonnig angesagte Morgenwetter für einen kurzen Rennradtrip zu nutzen.
Kaum in Roskilde angekommen, weiß das Wetter: Der Bericht war nicht für Roskilde. Der war wohl für Kopenhagen. Also beginnt ein Schauer über der niedlichen Stadt niederzugehen. Der Rennradfahrer beschließt, das Vorhaben eines morgendlichen Espresso-Konsums nun wirklich umzusetzen. Beim Betreten einer Konditorei duftet es verführerisch nach Café. Und es liegen lecker aussehende Brötchen in der Auslage. Die Bestellung geht auf einen Flat White und, weil die Brötchen ja verdient sind, auf ein begleitendes Müslibrötchen. Die sind in Dänemark immer lecker.

Ein Missverständnis
Die nette junge Dame sucht ein Brötchen heraus, ist aber nicht sicher, ob es wirklich ein Müslibrötchen ist. Der Rennradfahrer betont souverän-locker auf Englisch, dass ihm der Cafe ohnehin deutlich wichtiger ist. Diese versucht witzige Antwort führt zum Schmunzeln beim Herrn hinter dem Rennradfahrer in der Schlange. An der Kasse erschrickt der Rennradfahrer nicht mehr beim aufgerufenen Preis, er ist ja erfahren und lebt schon vier Monate in Dänemark. Auch, wenn es echt viel ist, was auf dem Kassendisplay zu lesen ist. Cool bleiben. Die Brötchen sind verdient, wenn auch nach deutschen Tarifen.
Die nun andere Bedienung sagt etwas auf Dänisch, etwas Längeres. Der Rennradfahrer frohlockt: Sein Versuch, auf Dänisch zu bestellen, scheint funktioniert zu haben! Leider versteht er nichts von der Antwort und drückt das auch mit einem ratlosen Gesicht aus, was aber die nun neue Bedienung nicht sieht. Sie sortiert gerade das richtige Müslibrötchen ein.
Und ein Verständnis
Der noch schmunzelnde Herr in der Schlange hinter dem Rennradfahrer fragt auf Englisch: "Hast Du das verstanden?" Nach einem klaren Nein übersetzt er: Der Rennradfahrer könne sich hinsetzen, Café und Brötchen würden gebracht. Nach dem Hinsetzen kommt er gleich noch mal vorbei: Ob ich denn Käse auf das Brötchen wolle, der sei in dem Preis mit drin. Das erklärt dem Rennradfahrer nun auch den doch unerwartet hohen Preis. Nach der Hilfe und der Klärung dampft kurz danach ein leckerer Café auf dem Tisch und ein wirklich leckeres Käsemüslibrötchen mit Obst- und Gemüselage macht den Regenschauer zu einem echten Höhepunkt. Ohne die spontane Hilfe und lockere Klärung wäre das in einem teuren trockenen Brötchen geendet.
Was ist daran Besonders?
Natürlich: So etwas ist uns in Deutschland, vielleicht sogar in Berlin, auch schon mal passiert. Aber hier passiert es uns immer wieder, sehr oft und es fühlt sich gut an. Es wird geholfen, es wird gelächelt und es herrscht fast immer ein freundlicher Umgang. Das werden wir vermissen, das ist nun schon klar.